(mit freundlicher Erlaubnis von Mrs Judith Forbis, Ansata Araber Gestüt ,aus" Authentic
Arabian Bloodstock
II")
Irish Terrier sind eine sehr schnittige elegante
Rasse und auch etwas länger im Rücken als andere hochläufige Terrierrassen.
Nicht umsonst hat man den Irish Terrier oft als mit
den „ edlen Umrissen eines Rennpferdes“ beschrieben, was die besonders rassige
Silhouette unterstreicht.
2 klassisch und zeitlos schöne Irish
Terrier aus den 50-er und 60-er Jahren, Ch Pathfinders Quickstep aus England
und Dago v d Frankenlerche aus Deutschland , verkörpern für mich in vielem das Ideal eines Irish Terriers . In ihrer langen, edlen Hals- Nackenlinie,
dem harmonischen und rassigen Körperbau , dem schmalen eleganten Kopf und
perfekten Ohren , wachem Ausdruck sind sie auch heute noch konkurrenzfähig für
höchste Ansprüche.


Ch
Pathfinders Quickstep … Ch Dago vd
Frankenlerche
Um die
Rasse genau kennen zu lernen, ist es wichtig, den Standard immer präsent zu
haben und immer wieder herausragende
Rassevertreter, die diesem Standard sehr nahe kommen, zu studieren in
historischen Büchern und Abbildungen.
Man lernt
so, die jeweiligen Modetrends der Jahre zu relativieren und die „Essenz“ von
Typ und Form zu erkennen über alle Jahrzehnte hinweg, die einen klassisch
schönen Irish Terrier ausmachen.
Der Anfang ….
Meine
Stammhündin entstammte einer Mutter aus der berühmten „ Frankenlerche“ -Zucht der Gräfin
Stauffenberg. Gräfin Stauffenberg war diejenige, die die Irish
Terriers nach dem Ende des 2. Weltkrieges, der den Untergang für bedeutende
Zuchten im Osten und einen ungeheuren Aderlaß für die
Substanz der Rasse bedeutete, wieder aktiv aufbaute. Sie begann mit der Zucht
auf der Basis der noch verfügbaren Irish Terrier
jener Zeit und importierte auch wieder aus Irland und England in den 50-er
Jahren. Es gesellten sich weitere passionierte Züchter dazu – der bedeutendste
sicher Wilfried Henrich mit seinen „ Paternus“ - und so war die Rasse in den 60-er Jahren
schon wieder auf einem hervorragenden qualitativen Niveau. Legendäre Irish Terrier wie Dago , Dainty, und Hello , Bravo und Fluffy vd Frankenlerche sind auch
heute noch Spitzenhunde , ja evt von höherer Qualität
als in den 90-er Jahren hierzulande. Fluffy spielte
1979 die Hauptrolle in der
Verfilmung des Jack-London Romans
Jerry, der Insulaner mit ( der Film ist als Video über
den WDR noch zu beziehen) .
Schon
bevor ich selbst Irish Terrier besaß, faszinierten
mich diese eleganten „ Frankenlerchen“ , und ich hatte die Rasse immer mit viel
Interesse beobachtet, als ich noch in den 70-er Jahren Kromfohrländer
hielt und ausstellte.
Ich
erinnere mich noch gut z B an den Multi Ch Teltown General Mc Kee, der 1977 in
Dänemark Weltsieger wurde, und elegant neben ihr her tänzelte im Ehrenring.
So war es
klar, daß ich nach einer Hündin aus dieser Abstammung
suchen würde, als ich nach dem frühen Tod meiner Kromi-Hündin
1979 mich für die Irish Terrier entschied. Ich hatte
das Glück, einen Liebhaberzüchter im Norden zu finden, dessen elegante Harmony vd Frankenlerche , eine
Showsiegerin jener Tage und typische Frankenlerchen Hündin mit bestem Kopf und
Ausdruck einen Wurf nach Panternus Monty aufzog – 6
Hündinnen waren in dem Wurf!
Julchen kam zu uns – siehe unter Zuchthunde.
Als
Zwingernamen wählte ich Rufus aus, weil er einerseits ein Name ist, den viele Irish Terrier in der Vergangenheit trugen, andererseits
bedeutet er auf Latein „ rot“ – und möglichst intensiv rote Irish
Terrier wollte ich züchten! Und ich
legte von Beginn an besonderes Augenmerk – als Tierärztin ja auch besonders mit
der Kehrseite mancher Medaillen konfrontiert – auf die Gesundheit auch der
eingesetzten Zuchtrüden, die alle aus unbedenklichen Linien hinsichtlich
Hyperkeratose der Ballen ( sog corny feet) und auch möglichst nachweislich getestet frei von Cystinurie sein sollten.
Für den
ersten Wurf wählte ich einen sehr roten jungen Sohn des nordirischen Imports Ben´s Heir Clancy
und Championesse vd
Frankenlerche aus, und somit gingen
beider Mutterlinien auf Frankenlerche zurück. In diesem Wurf war ein besonders
typvoller Rüde, den ich aufzog und behielt. Nurmi wurde für mich zu einem
ersten Iren, wie ich ihn mir vorstellte, er war mein Kumpel durch´s
Studium hindurch und einen besseren Begleiter konnte ich mir kaum
vorstellen, und meine Vision des „ Rufus Irish Terrier-Typs“ nahm
schon Gestalt an. Nurmi hatte
leider niemals eigene Nachkommen, da er
mir zu groß für die Zucht war( heute bedaure ich das, weil er so viele gute
Eigenschaften besaß) , aber schaut man Bilder meiner 2003 geborenen Würfe an,
so sieht man diesen Typ in ein einer Vielzahl von jungen Irish
Terriern wieder erscheinen!

In den
folgenden Jahren habe ich versucht, durch passende Anpaarungen das Gebäude , Größe , Fell und Bewegung zu verbessern und
andererseits aber immer nur sehr rote Deckrüden ausgewählt. Die rote Farbe zu
fixieren, war sehr schwierig, weil sich hellere Farben oft stärker durchsetzen.
Der Einsatz der Lichtenheide Linie
brachte mich ein ganzes Stück weiter auf meinem Weg – und auch hier:
Frankenlerchen Terrier standen gleich mehrfach hinter allen Lichtenheide
Zuchthunden! Aus der Verbindung mit Pirat vd Lichtenheide 1987 behielt ich eine Hündin, Ruby, und sie
war mein erster selbstgezogener
Champion.
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Mit Nurmi &
Ruby 1988 unterwegs in den Dolomiten, am Matterhorn, Ortler…
Mit dem
außergewöhnlichen Zuchtrüden Ch Maghill
of Ben´s Heir hatte Ruby wiederum 2 Würfe, aus denen 4 Zuchthunde
und 3 Champions hervorgingen, und ich behielt eine sehr typvolle
Tochter Ch Rufus Pola Negri . Dese Verbindung
verbesserte Rückenlinie, Hinterhand und
auch Farbe und das allerbeste: Maghill´s
erstklassiges Wesen mit hoher Reizschwelle, aber trotzdem selbstbewusst und mit
viel irischem Stolz bereichte meine Linie auf Generationen .
Allerdings drohte mir etwas die Eleganz der Köpfe abhanden zu kommen, und das
wollte ich auf keinen Fall.
....Pionier im Einsatz amerikanischer
Linien in Deutschland....
Da mir
die Blutführung in Deutschland , die zu jener Zeit von Maghill,
seinen Söhnen und weiteren Ben´s Heir
Importen dominiert wurde, etwas zu eng wurde und ich gerne ein paar Jahre im
voraus plane, schaute ich mich europaweit etwas um, wobei mir die jahrelange
Freundschaft mit finnischen Züchtern wertvolle Informationen aus
Skandinavien erbrachte. So hatten sich
in Skandinavien eingangs der 90-er Jahre amerikanische Blutlinien mehr und mehr
durchgesetzt und diese Iren hatten genau das, wonach ich suchte: feuerrotes
Fell von bester Qualität, dazu traumhafte Bewegungen und schöne Köpfe! Der Rüde Ch Tralee´s Hurricane Kid “ Magic”
aus dem schwedischen Zwinger Merrymac – heute fast
weltweit ein Begriff , damals nur in Skandinavien
führend – hatte es mir sehr angetan. Es war ein ganz besonderer Moment, den ich
nie vergessen werde, wie dieser tiefrote stolze Rüde, der sich seiner Bedeutung
voll bewusst war, majestätisch, etwas unnahbar
und geschmeidig elegant über den Rasen im Garten seiner Besitzer trabte.
Noch nie hatte ich so schöne Bewegungen bei einem Irish
Terrier gesehen – einfach ein unvergeßlicher
Eindruck! Ein ganz anderer Typ als Maghill – aber beides außergewöhnliche Irish
Terrier!

Ch
Tralee´s Hurricane Kid,
1994
Die
amerikanischen Irish Terrier der Westküste zeichneten
sich damals durch eine wesentlich bessere Schulterformation aus, was wiederum der
Schlüssel zu ihrer eleganten raumgreifenden Bewegung war. Zusammen mit dem
perfekten, glatten roten Fell, geradem, kräftigem Rücken und hohen Rutenansatz
stellten sie genau die Ergänzung meines Zuchtprogrammes dar. Hinzu kam, dass
Magic bekannt war als Vater besonders vieler schöner Hündinnen mit Köpfen, die
wiederum an Frankenlerchen Qualität heranreichten, und somit erhoffte ich mir
viele Töchter von ihm und meiner Pola Negri.
Dazu der
genetische background, dass diese in USA seit
Jahrzehnten gezüchteten Linien eine ganz besondere Blutauffrischung brachten, da sie auf Importe
irischer Tophunde zurückgingen, die ausgangs des 19.Jh in größerer Zahl von den
finanzstärkeren Amerikanern in Irland gekauft wurden. Die Tralee
und Rockledge Linien gingen auf die besten Irish Terrier Irlands zurück – wie dem klassischen Buch von
F M Jowett zu entnehmen ist :
The Irish Terrier: " Formerly,
the best prices were obtained from our American cousins, who are always willing
to pay the price for the very best; but there is no doubt (!) that Irish Terrier have suffered from this, as the best stud
dogs and bitches have for many years gone abroad"
Sinngenmäß übersetzt heißt dies, daß
über lange Jahre die besten Irish Terrier von den
amerikanischen “ Cousins” gekauft worden, die viel für beste Qualität
bezahlten. Und es bestand kein Zweifel , dass die irischen Irish
Terrier darunter gelitten hatten, dass die besten Zuchthunde über viele Jahre
außer Landes verkauft wurden.
Also : die US Nachfahren der besten irischen Terrier der Gründerzeit der Rasse wieder mit
unseren gegenwärtigen europäischen Linien zu vereinigen, war eine besonders
reizvolle züchterische Aufgabe, die mich
inspirierte!
Der mit
Spannung erwartete resultierenden erste
Wurf nach amerikanischem Rüden in Deutschland von 1 Rüden und 4 Hündinnen war gewissermaßen Pionierarbeit, denn wie
überall: wer etwas andere , neue Wege geht, verunsichert andere, die am
Althergebrachten festhalten wollen.
Aber die
Qualität dieses Wurfes – 3 Hündinnen gingen in die Zucht und haben Nachkommen
in ganz Europa und darüber hinaus –
zeigte, dass meine Entscheidung richtig war.
...meine 2. Stammhündin Sweetie und große Erfolge ihrer Nachzucht in Europa...
Aus dem
Wurf behielt ich eine besonders liebenswerte Hündin, Sweetie,
Rufus Magic Polestar, die
ich aufgrund ihrer immensen Bedeutung für mein Zuchtprogramm gerne als meine 2.
Stammhündin bezeichne, weil ihre Nachzucht meine Linie in ganz vielen, ja, fast
allen Punkten meinem Ideal sehr nahe brachte, und man ihren Einfluß
in den Nachkommen auch noch nach Generationen deutlich erkennt. Das zeichnet
eine bedeutende Zuchthündin aus – auch wenn sie selbst, wie Sweetie
, keinen Titel erringen konnte und auf
2. Plätze abonniert war, weil eben ihr langer schmaler Kopf ungewöhnlich war zu ihrer Zeit, die breiteren
Schädel der nordirischen Linien hatten das großartige Frankenlerchen Erbe etwas
in Vergessenheit gebracht.

Lotti ( v Dundee) –Spicy
( v Byron) - und ihre Oma Sweetie, 2003
In den
nächsten 5 Jahren setzte ich verschiedene Merrymac
und Tralee Rüden mit hohem Anteil von US Linien
gezielt ein. Ich suchte mir 4 besonders gute Söhne aus verschiedenen Würfen der
amerikanischen 2. Stammhündin des kennel Merrymac, Ch Starkdom´s
Tralee ,
aus. Diese Hündin hatte in jedem Wurf Tophunde und gleich mehrere Weltsieger
mit Traumbewegungen als Kinder, und durch deren überragende Nachzucht ist die
schwedische Merrymac Linie in Europa und in aller
Welt in eine führende Position gelangt.
Den
positiven Einfluß dieser Hündin wollte ich in meiner
Linie ebenfalls verankern, aber ohne dafür den irischen Typ und die Qualitäten
meiner Irish Terrier hinsichtlich Ohr und
Pigmentierung zu opfern. Kein einfacher
Weg!

Aber doch
letztlich ein sehr erfolgreicher Weg! In den folgenden Jahre hatte Sweetie in ihren Würfen überragende Söhne, und bedeutende
Töchter als Zuchthündinnen, die in ihrer Brillianz
den Rüden unterlegen waren , aber in der züchterischen
Bedeutung nicht!
Aus dem
ersten Wurf nach Doppel-Weltsieger, US Ch etc Merrymac Don´t
Blame me wurde ein Sohn – Ch Rufus Magic Carlsson“ nach
Finnland exportiert und wurde gegen schwere Konkurrenz aus Irland
, Schweden und USA
gewinnreichster Irish Terrier Finnlands
1999. Und sein Sohn tat es ihn einpaar
Jahre später nach! Seine Schwester blieb
bei uns, da sie ein perfektes Gebäude, traumhafte Gänge und absolut Standardgröße
hatte – aber die Ohren !!! Ich konnte sie deswegen nie ausstellen, aber
sie hinterließ mir ihre 2 schönen
Töchter und vererbte ihnen auch ihre absolut perfekten Muttereigenschaften „
Mütter aus Berufung“ und echte Freude bei der Welpenaufzucht kennzeichnen sie.
... und dann kam “Byron”...mein
Traumhund…
Aus Sweetie´s 2. Wurf
nach Merrymac Lollapalooza
stammt mein Ideal eines Irish Terriers – Byron! Er
war von Beginn an herausragend in seiner Qualität und sein Name „ Look at me!“ war Programm von 4 Wochen
an! Er ist ein Hund, der magisch die Blicke auf sich zieht, und genau weiß, wie
schön er ist. Das hat er seinen Vorvätern Magic und Maghill
gleich! Byron war sehr erfolgreich auf Shows, obwohl ich ihn vorwiegend in
Deutschland und vergleichsweise wenig ausstellte. Aber in Konkurrenz zu den
besten Irish Terrier Europas hat er stets sich
behaupten können und die Rangierung als
2. bester aller Irish Terrier Rüden auf der
schwedischen Clubschau 99 – also gewissermaßen „in der Höhle des Löwen“- sowie sein Abschneiden als bester Irish Terrier Rüde in Dt Besitz
und aus Dt Zucht bei der Weltsiegerschau 2003 in
Dortmund ( nur Schweden lagen vor ihm, den Tophund Englands hatte er
geschlagen) waren sicher die highlights.
Das
schönste aber ist: Byron ist in der Lage, seine Vorzüge zu vererben! Das war
mehr, als man erhoffen konnte, das ist ein Geschenk und ich bin jeden Tag
dankbar dafür – dankbar und glücklich, dass ich diesen Hund gezüchtet habe und
ihn um mich haben kann als geliebten Haushund, der in sich alle Vorzüge seiner
Vorfahren vereinigt .

....kein
Stillstand – Vielfalt ist Programm! ....
Nun hätte ich auch innehalten können, und versuchen, durch enge
Zucht die Vorzüge von Byron zu konservieren für meine Linie , so wird es in
fast allen Zuchten gemacht ( rasseübergreifend) , die sich auf ihre jeweiligen Tophunde dann „festzüchten“ . Aber ich wollte meine inneren
Überzeugungen , dass die genetische Vielfalt der Rasse nicht vernachlässigt
werden darf, um sie in Zukunft gesund zu erhalten weiterhin folgen und so war
jetzt ein neuer genetischer Input in meine Linie nötig geworden!
Durch einen glücklichen Umstand wurde just zu der Zeit ein Sohn
des englischen Spitzenrüden Ch Montelle
Famous Star ( den Byron in
Dortmund besiegen konnte) importiert – Inchicore
Lionel. Und dieser Rüde brachte einen höchst interessanten mix alter englischer
Linien mit einer Prise US Linien in 3./4. Generation .
Der überaus sympathische und im Gebäude sehr ausbalancierte Dundee hat in 3
Würfen als Vater von 15 Welpen exakt das gegeben, was nun vonnöten war. Eine
ihm und seiner Mutter sehr ähnliche Tochter, Lotti „ R Lusty
Lioness“, ganze 43.5 cm klein ist eine eine perfekte Partnerin wiederum für Byron und Rufi und hat sich als nachhaltige Vererberin
beweisen, deren Nachkommen besonders nah an der Standardgröße liegen .

KfT J Ch Rufus Lusty Lioness
. 2002
Aber – unerwarterweise änderte sich im
laufe weniger Jahre die Situation nun wieder grundlegend – züchten ist eben
nichts statisches, alles ist im Fluß “ panta rhei” .
Da Dundee ein so sympathischer Rüde ist und dies exakt vererbte,
wollten viele Züchter seine Kinder haben, und so hatte er bald über 110
Nachkommen, was für eine so kleine Population wie die Irish
Terrier schon sehr viel ist. Zuviel, wenn sich später auch noch vererbare Krankheiten herausstellen in den Nachkommen.
Und nicht nur er, sondern seine besten Söhne sind ebenso
beliebt, und als 2003 auch noch sein
Vater nach Deutschland kam als Leihrüde für 2 Jahre und ebenfalls viele
Nachkommen hinterlässt, wird diese Linie, die vor 2001 in Deutschland nicht
präsent war, zur mittlerweile dominierenden Linie – in nur 3 Jahren statt einer
schönen Outcross-Linie nun Popular
sire Effekt in Reinkultur…das hatte ich nicht
erwartet und ist nicht in meinem Interesse!
Lesen Sie dazu mehr Hintergrund Info im Teil Irish
Terrier Special: popular sire
Effekt!
Nachdem die 90-er Jahre von einem solchen Effekt von Maghill of Ben´s
Heir geprägt waren , was zu
vielen Halbgeschwisterverpaarungen führte, ist nun ähnliches in der Hinsicht
auch zu erwarten. Und: abnehmende genetische Vielfalt die Folge. Es werden bislang unerkannte Probleme auftreten,
das weiß jeder, der sich mit dem Thema Tierzucht nicht nur oberflächlich
auseinandergesetzt hat. An diesem Beispiel kann man erkennen, wie schnell so
eine genetische Einseitigkeit in einer kleinen Population wie den Irish Terriers entstehen kann. Aber noch gibt es genügend
Linien, die anders gezogen sind, die gilt es zu nutzen bzw
Paarungen zu planen, die diese Zuchttiere kombiniert, die noch frei von jener
Linie sind.
...also wieder :neue
Linienkombinationen ausprobieren ! -....
Züchtet man nur einen oder 2 Würfe, so muß
man keine Vision entwickeln , will man aber der Rasse langfristig verbunden
bleiben, erfordert das Überlegungen, die etwas in die Zukunft gerichtet sind ,
und einen Zeitraum von 1-2 Terriergenerationen umfassen. Mehr wäre nicht
sinnvoll, da man immer wieder auf neue unerwartete Entwicklungen reagieren muß.
...Spicy , der
Widerspruch ! …
Meine praktische Folgerung aus der oben beschriebenen
Situation – ich versuche im Rahmen
meiner kleinen Zucht eine Linie zu etablieren, die ich bewusst nicht mit
Abkömmlingen der Dundee/ Famous Star Linie anpaare, um mir
züchterisch mehr Freiraum für die Zukunft zu ermöglichen. Ich habe deswegen
einen Rüden mit vorwiegend nordirischer Blutführung gewählt, Ch Red Rabbits
Elliot, der mit Spicy zusammen wunderschöne Nachzucht
für meine Linie brachte in 3 Würfen.
Spicy
ist mit die älteste , aber auch die beste Tochter
ihres Vaters Byron. Sie ist das feminine Spiegelbild ihres Vaters und besitzt
das gleiche raumgreifende Gangwerk und die Eleganz. Aber – da sie einer
ungeplanten Inzuchtverpaarung entsprang, und fast 24 % Inzuchtkoeffizient/COI
besitzt, hatte ich erst züchterisch keine großen Hoffnungen in sie gesetzt,
viel mehr in Lotti, die ihre mütterliche Halbschwester mit nur 3.2 % COI ist. Aber
– Spicy wurde durch ihre Zuchtleistung von 31 Welpen
in 5 Würfen, die sie mühelos aufzog, zu meiner erfolgreichsten Zuchthündin! Das
hat mich doch sehr überrascht ! Und daraus habe ich gelernt : man darf sich nie zu sehr auf die Theorie stützen!
Es scheint so zu sein, dass , wenn die Ausgangslinien
sehr fremd sind – wie meine Linie und die US Linien, die in ihrem pedigree zusammentreffen – das dann eine einmalige Inzucht
kein so großes Problem aufwirft, wie ich erst befürchtet habe. Spicy ist mit ihren nun 9 Jahren immer noch munter und jung
geblieben, und ihr Gangwerk hat nichts an Klasse eingebüßt.
Spicy
–sie wurde so zu meiner nächsten Stammhündin, mit besonders erfolgreichen
Nachkommen aus der Verbindung mit Red Rabbits Elliot. Selten hat man so eine perfekte Passer-Paarung , wie es diese war!
Sie brachte in jedem Wurf gleich mehrere Welpen mit Showequalität
hervor – von denen R Rinaldo Rinaldini BOB und Ejsg auf der ESZ 2005 wurde, Ray of
light Dt und KFT J Ch, Touch of
Class und Tara KFT J Ch und BOB, und Under my Spell
auch Ejsg 07, KFT und VDH J Ch.
Die erfolgreiche Nachzucht :
Der Shooting Star des Jahres 2005 war unzweifelbar Rufus
Rinaldo Rinaldini, der aus dem Stand mit 15 Monaten die versammelte Irish
Terrier Elite auf der Europasiegerzuchtschau besiegte und das BOB errang.
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Meine
Zuchthündin Stella, Schwester von obigem Rüden, setzt die Linie
erfolgreich fort, und ihre jüngeren
Vollgeschwister aus dem T- und U Wurf haben ebenso Ausstellungserfolge J Ch Titel , Europajugendsieger und BOBs errungen, obwohl nur
wenig ausgestellt !
Ein spezieller Hund ist ihr kleiner
Bruder Rufi, der in der Jugendklasse erfolgreich
ausgestellt wurde und 3 Titrel errang und im Jahr
2008 der IT Rüde in Deutschland mit den meisten Würfen war! Er hat in 16 Würfen
93 Nachkommen und seine Kinder gehen
jetzt auch erfolgreich in Zucht und Ausstellung ihren Weg!

Rufus Under my Spell
( 8 Wochen und 18 Monate alt)

...und wie es nun weitergeht ? …
Das fragten sich viele Züchter, die
beobachteten, dass sich 07/08 nicht
gerade viele neue spannende Jungrüden anboten – zumal einer davon auch noch
unser eigener Rufi . Aber die guten Kontakte nach Finnland halfen mir weiter!

Lurvendhalis
Sauron, 2007( Enkel von Rufus
Magic Carlsson s.o.)
So haben wir das Glück gehabt, aus
unseren finnischen Exporten der 90-er Jahre einen sehr schönen Jungrüden aus
Finnland einsetzen zu können für Stella´s 2. Wurf und
daraus eine Junghündin, Ruska, für die
Weiterzucht behalten, die konsolidiert in der Linie ist, aber auch genügend
fremde Genanteile führt. Für Ruska haben
wir einen Rüden von irischem Typ und bestem roten Fell und viel Eleganz und
schöner Größe ausgesucht – von weit her kam er geflogen….
Globalisierung
!
Es
gibt auch heute noch einige Linien, die bislang in Europa nicht eingesetzt wurden , wenn man sich global umsieht – alles schaut nur
nach den USA derzeit, wir schauen schon
weiter ! Australien!
Sehen
Sie selbst:
Ein Irish von erlesener Harmonie und
Typausstrahlung!

Multi Ch Anluan
Prince of Thieves aka „Tonic“
Und hier der Rufus A Wurf, 9 Welpen
von Stella und Tonic:

Nachdem wir in 2010 zwei ganz herausragende, sehr große und in ihrer Qualität sehr ausgeglichene Würfe
gezogen haben, den A Wurf ( 9 Welpen) mit unserer
Stella und den Z Wurf mit Ruska ( 8 Welpen) – ist aus dem A Wurf Amy = Rufus
A Waltzing Mathilda geblieben als zukünftige Nachwuchshündin
für die weiteren Würfe unserer Zucht. Oben ist sie als 3. von links, hinten zu
sehen.
Einfach ein Hund
aus Gold, außen wie innen , Jack London zu zitieren.

Rufus A Waltzing Mathilda
aka Amy
Warum “Waltzing Matilda” ? – der Name
bezeichnet die inoffizielle Nationalhymne Australiens – und ist Symbol für den Drang nach Freiheit und
Unabhängigkeit – und da ist die Übereinstimmung zu unseren Irish
Terriern schnell gefunden!
Darum A Waltzing
Matilda!
Und wie geht es dann weiter ? Der Kreis
schließt sich !

Amy soll einmal Welpen von unserem unvergessenen Byron bekommen –
er hat ja TK Sperma für max 3 Würfe hinterlassen, und
eines Tages werden sie zum Einsatz gelangen . Amy paßt wunderbar zu ihm und ich freue mich jetzt schon auf
die erhofften Welpen, wenn alles klappt, wie ersehnt !